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Ein Kreis schießt sich. Wenn ein Weg endet, ohne dass der neue sichtbar ist

Heute schreibe ich aus einem Zwischenraum.

Ich bin in den Anden unterwegs. Und viel früher als geplant, bin ich zurückgekehrt zur Estancia.


Nicht, weil ich gescheitert bin.

Sondern weil etwas zu Ende gegangen ist.

Mein Pferd Don Socke, mit dem ich elf Jahre durch die Berge geritten bin, ist jetzt wirklich in Rente. Er konnte – und wollte – nicht mehr weiter. Er hat mich gebeten, umzudrehen.

"Ich will nach Hause. Ich will nicht mehr unterwegs sein."

Ich habe zugehört - und den Ritt abgebrochen. Und ich habe Abschied genommen. Von 11 Jahren des gemeinsamen Unterwegssteins.

Das ist nicht dramatisch. Aber endgültig.


Und genau das hat etwas in mir geöffnet, das ich gerade bei vielen Frauen sehe – besonders jetzt, zu Beginn dieses neuen Jahres:

Das Ende kommt oft vor der neuen Vision.

Und das fühlt sich leer an.

Vielleicht kennst du das: Du hast etwas losgelassen – eine Rolle, eine Beziehung, eine Gewissheit, einen Lebensrhythmus.

Und nun ist da keine klare Antwort auf die Frage: „Und was jetzt?“


Unsere Kultur sagt:

  • Plane neu

  • Finde schnell einen Sinn

  • Mach weiter


Das Leben sagt manchmal etwas anderes: → Halte inne

  • Übergeh dich nicht

  • Zwing nichts, was noch keinen Namen hat


Ich habe in diesen Tagen gelernt, dass Leere kein Mangel ist. Es ist ein Übergang.


Und Mut heißt in solchen Momenten nicht, weiterzumachen –

sondern stehen zu bleiben, wenn der alte Weg wirklich zu Ende ist.


Wenn du gerade zweifelst, ob du „falsch“ bist, weil du noch keine neue Richtung siehst, dann möchte ich dir das sagen:

Du bist nicht verloren.

Du bist zwischen Formen. Und es fällt so schwer, die Form loszulassen. Scheinbar gibt sie uns Halt. Im Loslassen und im Zulassen dieses Übergangs entsteht etwas Neues.


Für dieses neue Jahr wünsche ich dir nicht mehr Tempo, nicht mehr Ziele, nicht mehr Durchhaltewillen.

Ich wünsche dir den Mut, nicht über dich hinwegzugehen, wenn das Leben sich verändert. Werde still. Höre hin. Lausche in die Stille - und dann spricht ES mit dir.


Manchmal beginnt das Neue genau dann,

wenn wir aufhören, es zu suchen.


In Verbundenheit und Stille

Solveig und Don Socke und Canela




 
 
 

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