top of page
Ar18_4568_So4873.JPG

Cannabisbier und Lachen bis Mitternacht

Am Morgen beobachte ich den Versuch eines Pferdes der Communidad, unsere drei zu „befreien“ oder sich Zutritt zu der Koppel zu verschaffen: Es hakt den rechten Vorderhuf samt Eisen in einen Draht des Zaunes ein und zieht ordentlich. Zum Glück ist der ist das Tor ordentlich verschlossen. Ohne sich zu verletzen gibt der Braune auf und grast außerhalb des Zaunes weiter. Offenbar hat er das schon erfolgreicher geschafft, es wirkt nicht wie der erste Versuch.

Im Haus frage ich nach Agua caliente, heißem Wasser,  für unseren Kaffee. Auch Eier kann ich kaufen. In den Packtaschen befindet sich seit Kurzem immer eine leere Eierpackung – eine praktische Neuerung auf dieser Reise. Dann füttere ich den restlichen Fardo, auf den unsere drei schon eine Weile spekulieren, indem sie in unserer Nähe grasen. Trömmel belohnt mich mit freudigem Grummeln. Nach und nach wird Roland wach. Nach dem Frühstück packen wir und sind gegen Mittag startklar - wie immer. Wir folgen dem Huella Andina, der in diesem Abschnitt dem Betonierten Graben der Wasserversorgung für El Bolson folgt. Leider verliert sich der Weg irgendwo im Gebüsch, und wird undurchdringlicher. Offenbar wir dieser Abschnitt nicht regelmäßig begangen, so dass er rasch zuwächst. Wir kehren um, versuchen noch einen anderen Weg, der aber in einem Grundstück endet. Nach einer Stunde stehen wir am Ausgangspunkt und reiten die staubige Straße entlang. Zum Glück kommt kaum ein Auto und wir werden nicht zusätzlich eingestaubt.

Kurze Zeit später stehen wir am Eingang zum Wanderweg entlang des Arroyo del Encantado Blanko, den wir flussaufwärts folgen wollen. Dass er reitbar ist, haben uns einige Leute bestätigt und wir freuen uns auf die wilde Flusslandschaft und das enge Tal. „ Für Pferde verboten“ , verwehrt uns eine ältere Frau, die dort lebt, den Eintritt. Enttäuscht lassen wir die Pferde vom guten Gras am Zaun fressen und laufen weiter die Ruta 85. Am Puesto Wharton locken eine kultige Kneipe mit sechzigerjahre Musik, selbst gebrautem Bier und Essen. Auch für die Pferde wächst ausreichend Gras auf dem provisorischen Fussballfeld, dessen hinteres Tor sich windschief zur Seite neigt. Wir bleiben. Schnell steht unser Zelt neben den Pferden und wir verschwinden beim kultigen Typen mit Zopf und guter Laune. Am späteren Abend kommt er mit einer kleinen Flasche Bier, die wir unbedingt kosten sollen. Er lacht sich halbtot dabei. Uberhaupt wird hier viel gelacht. Selbst gebraut, meint er stolz und wir sollen raten, wonach es schmeckt. Nach einigen Fehlversuchen verrät er mit schallendem Gelächte: Cannabisbier. Und verschwindet hinter dem Trehsen. Die Flasche nimmt er mit ;-). Die Vermutung drängt sich auf, das er das Zeug auch anbaut. Noch im Zelt hören wir die gute Musik und das Lachen der Truppe.

bottom of page