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Decke ist gefunden- weiter am Rio Azul

Sieben Uhr ist Roland schon unterwegs – unglaublich. Der Langschläfer hat tatsächlich geschafft, aus dem Schlafsack zu kriechen. Ich freue mich auf einen Faulenzertag ganz für mich allein. Zuerst gibt’s ein gemütliches, zeitiges Frühstück, Pferde werden geputzt und massiert , Sachen zusammengepackt und dann … ich glaub's nicht. Roland ist schon wieder da. Die Decke lag 200 Meter oberhalb der Stelle, an dem der den Verlust bemerkte.

Unser Weg führt uns weiter entlang der Ruta. Vereinzelt können wir rechts und links Häuser von Aussteigern sehen, die im Speckgürtel von El Bolson, dem ehemaligen Hippizufluchtsort, eine Bleibe und den Traum von einem freien Leben gefunden haben oder noch suchen. Es ist amüsant, die fantasievollen Namen der Orte zu lesen: Flowerpower oder Engelgeschmückt. Aus einem Grundstück tönt rhythmisches Getrommel, dass unsere Aufmerksamkeit lockt. Ein junger Mann mit schwarzem lockigen Pferdeschwanz lädt uns ein zum Fest der Gauchos, dass heute hier steigen soll. Er lockt uns mit Wein und guter Musik. Wir überlegen kurz, sind uns aber einig, dass wir doch eben erst losgelaufen sind und noch ein Stückl vorankommen wollen. Wir wünschen ein schönes Fest und ziehen weiter, neugierig auf die nächsten Begegnungen. Auf dem Campingplatz „ Los Alerces“ verlassen wir die auf der Suche nach Gras für eine Pause die Ruta. Die Betreiber sind neu und noch nicht auf die Saison eingestellt. Es gibt noch nichts an Essbarem zu kaufen. Doch wir werden mit den privaten Proviant, Empanadas mit mit Spinat und Hühnchen und süßem Gebäck verwöhnt. Unsere drei ernten das noch nicht gemähte fette Gras. Nach mehreren Runden Mate, den üblichen Fragen nach dem woher und wohin verabschieden wir uns und freuen uns sehr, dass der Weg nun direkt am Fluss weitergehen soll.

Das klappt auch einige Kilometer ganz gut, bis wir in einem privaten Grundstück stehen und hinaus gebeten werden. Der Weg würde am Ufer entlang verlaufen... Auch diesen finden wir und landen direkt am Ufer des Rio Azul auf einer, durch wilde Rosen abgegrenzten kleinen Koppel, die nur durch einen eine Pferdebreite großen Zugang erschlossen war. Wie für uns und die Nacht gemacht. Zum Baden gehen war das Wasser zu kalt, doch einige der verschwitzten Wäschestücke konnte ich spülen und im warmen Abendwind am Fluss trocknen und das Rauschen des Flusses genießen. Das Blau des Flusses ist wirklich beeindruckend. Roland erkundet die kleine Insel im Fluss und den morgigen Weg. Ich bereite das Essen und freue mich über drei zufriedene Pferde und den beeindruckenden Ausblick.

Was für eine Kulisse!

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