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Pünktlich 8:30 Uhr begrüßen uns Ernan und sein Hausbauteam. Seine junge, sehr nette, sehr dicke Frau knetet einfachen Hefeteig und bäckt typisch argentinische Torta Fritas in Öl - lecker, wie die duften. Strahlend schenkt sie uns eine Tüte als Proviant. Der kleine Sohnemann hilft die Pferde auf der Koppel einzusammeln und zu putzen. Der Weg bis zu Hektors Haus ist es nur ein Katzensprung. Er ist nicht zu Hause, lässt uns aber ausrichten, wir können nicht am Nordufer reiten. Nur bis zur Bucht, dann ist cerado, geschlossen. So ein Hasenfuß! Wir überlegen einen Moment, ob wir den Ritt trotzdem riskieren sollen. Doch wir wollen unseren guten Draht zu den Rangern nicht aufs Spiel setzen und sind artig. Der Alternativweg über Aila ist wunderschön. Wir kennen ihn schon. Mir macht das nichts aus. Ich reite auch gern bekannte Wege - und in die andere Richtung zu reiten eröffnet eine völlig neue Perspektive. Die Seequerung meistern wir ohne Guide. Weil der Wasserstand in den zwei niederschlaglosen Monaten stark gefallen, können wir die Sandbank, die wir erreichen müssen, gut sehen. Am frühen Nachmittag kommen wir "am schönsten Ort" der Welt an. Der alte Mann erkennt uns und gibt uns sein bestes Stück Gras: Die Winterkoppel direkt vor dem Haus. Die Früchte der beiden sehr dominanten Araukarien sind reif geworden, viele der piñones , der Kerne, liegen auf dem Boden. Früher waren diese maisähnlich schmeckenden Früchte alleiniges Nahrungsmittel der Bewohner in den Bergen. Die Mapuche essen die "Nueces" roh, getrocknet oder gekocht und stellen daraus Mehl, Brot und Getränke her. Ich mag besonders torta fritas aus diesem Mehl. Am abendlichen Lagerfeuer genießen wir den Blick auf den Lanin, der ab und zu von den Wolken freigegeben wurde. Nein, Lanin-Gucken wird niemals langweilig. Ich kann diese magische Anziehung nicht beschreiben. Der Himmel war teilweise bedeckt - Aila-Wetter? Vielleicht regnet es heute Nacht endlich.

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