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Der bewaffnete Weihnachtsflüchtling

Der zweite Weihnachtsfeiertag ... Meine Kollegen hatten mir vorsorglich einen Mini-Reise-Adventskranz und ein erzgebirisches Räucherkerzen-Notfallset mitgegeben, doch gegen diese Temperaturen hatte das Erzgebirge keine Chance... Es war wieder ein sehr, sehr heißer Tag. Zum Glück hatten wir kein Thermometer dabei, um die Temperatur auch noch visuell sehen zu müssen. Gegen die Hitze half es, das Hemd immer wieder im Fluss nass zu machen und anzuziehen. Roland ist irgendwie temperaturresistent oder wechselwarm ... weder die Hitze, noch abends die Kälte machen ihm etwas aus. „Das kommt bei dir auch noch, wenn du länger draußen lebst“, meinte er. Aha. Die Temperatur aktivierte auch die Insekten. Entlang des Rio Canedon de Aquinco waren vor allem Bremsen unterwegs. Die Pferde und wir schlugen pausenlos um uns. In welcher der 12 Packtaschen war doch gleich das „Anti-Brumm“?... Nach nur 12 Kilometern erreichten wir das alte Puesto Rincon de los Pinos. Eine gut ausgestattete Hütte mit Feuerstelle und Parilla lud zum Bleiben ein. Hier hatte unser „Weihnachtsflüchtling“ den Heiligen Abend verbracht – sehr gut gewählt. Roland koppelte für die Pferde das umliegende Gras großzügig ein. Ich widmete mich dem Brotbacken. Da Ro keine Kohlenhydrate essen darf, haben wir unsere eigens Brotrezept entwickelt. Der Teig aus Mandel-, Soja-, Sesam- und Kokosmehl, sowie Leinsamen und Backpulver wurde auf der Parilla zu unzähligen Brotfladen verbacken. Das reicht wieder einige Tage... Die Beschaffung der Zutaten ist eine eigene Geschichte. Am Abend schlugen zwei schwer bepackte Wanderinnen, die einzigen, die wir bisher auf dem Huelle Andina trafen, ihr Zelt neben dem Puesto auf. Wir staunten: Was haben die Mädchen alles mit? Wir rollten unsere Schlafsäcke in der Hütte aus und genossen beim Einschlafen die Stille und das Grasrupfen der Pferde.

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